Ein bedeutendes Stück Singener Stadtgeschichte ist nun der Öffentlichkeit und der historischen Forschung zugänglich: Die älteste exakt vermessene Flurkarte von Singen aus dem Jahr 1709 wurde digitalisiert. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Freunde des Hohentwiel e.V., die hierfür Spendengelder von der Stiftung der Sparkasse Hegau-Bodensee und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einwarben. Die Stadtverwaltung Singen hat das Vorhaben unterstützt.
Für Singens Stadtarchivarin Britta Panzer ist das Besondere an dieser großformatigen Karte, dass diese schon sehr früh und mit vielen Details die Gemarkungsfläche der Stadt am Hohentwiel exakt darstellt. „Die Karte war – so wie sie ist – im Prinzip bis in die 1970er-Jahre gültig, bis zur Gebietsreform des Landes.“
Auch OB Bernd Häusler zeigte sich begeistert von der Detailgenauigkeit dieser Flurkarte, auf der sogar die einzelnen Parzellennummern sowie Gebäude eingezeichnet sind. Auch einige Gewann-Namen existieren heute noch, wie etwa „Ofwiese“ oder „Remishof“. Diese Einzelheiten sind allerdings am besten in der digitalisierten Version zu erkennen. Der Hohentwiel wird als karger unbewaldeter Felsen mit der damals noch unbezwingbaren Festung gezeigt.
Ralph Stephan, Leiter des Hegau-Museums, hat vor, dieses Digitalisat (so nennt man das Endprodukt einer Digitalisierung) für die Entdeckung von Bodendenkmälern einzusetzen.
Die Flurkarte wurde von Johann Jakob Heber (1666–1727), einem der herausragendsten Vermesser und Kartografen seiner Zeit, im Rahmen der schwäbisch-österreichischen Steuervermessung erstellt. Sie ist Teil des Erzenbergerschen Archivs, das im Verzeichnis des nationalen Kulturguts geführt wird.
„Wir freuen uns sehr, dass die Karte jetzt der Forschung und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für eine zeitgemäße digitale Erschließung von Kulturgut“, betont Thomas Wittenmeier, Vorsitzender der Freunde des Hohentwiel e.V.
Die Karte, die eine Größe von 80.000 Megabyte hat, ist beim Stadtarchiv Singen einsehbar (Julius-Bührer-Straße 2, Telefon 07731/85-253, E-Mail: archiv@singen.de). Ansonsten hängt die Flurkarte – wie bislang auch – im Eingangsbereich des archäologischen Hegau-Museums (Am Schlossgarten 2, Singen).
Quelle: Singen kommunal vom 21.03.2026












