Ein außergewöhnlicher Schauplatz trifft auf eine außergewöhnliche Geschichte: Am Mittwoch, 29. März 2023, feierte das Stück „Mosers Schweigen“ von Gerd Zahner und Johannes Stürner seine Uraufführung. Für das Theater „Die Färbe“ übernimmt Klaus Hemmerle die Regie, die Bühne entwirft Harald F. Müller. Auf der Bühne stehen Ralf Beckord, Elmar F. Kühling und Fionn Stacey.
Im Mittelpunkt steht ein Ereignis vom Hohentwiel, das in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückreicht – und dennoch heute beklemmend nah wirkt. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Prinzipien und der Gedanke persönlicher Freiheit vielerorts unter Druck geraten, gewinnt die Geschichte neue Bedeutung. Erzählt wird das Schicksal von Johann Jacob Moser: Jurist und Protestant aus pietistisch geprägtem Elternhaus, unermüdlicher Autor und eine prägende Figur des deutschen Staatsrechts. Ohne gerechtes Verfahren wurde er fünf Jahre lang auf dem Hohentwiel in Einzelhaft festgehalten – ohne Kontakt zur Außenwelt und sogar ohne die Möglichkeit zu schreiben. Ein früher Vordenker von Bürger- und Freiheitsrechten wurde so buchstäblich zum Schweigen gebracht.
Mit der Produktion entsteht bewusst ein „Singener Projekt“: Schauplatz und Aufführungsort sind eng mit der Stadt verbunden. Angeregt wurde das Stück durch die Freunde des Hohentwiel e.V.












