vor 50 Mio. Jahren

Alpenhebung

vor 15 Mio. Jahren

Vulkanische Aktivitäten im Hegau

vor 9 Mio. Jahren

Das Bodenniveau lag ca. 100 m höher als der heutige Hohentwiel-Gipfel. Der Hohentwiel war ein vulkanischer Pfropf unterhalb der Erdoberfläche.

600 – 15.000 Jahre

4 Eiszeiten legen den Pfropf frei. Der Hohentwiel bekommt seine heutige Form

vor 16.000 Jahren

Am Ende der letzten Eiszeit streifen Rentierjägergruppen durch den Hegau

vor ca. 7.500 Jahren

Viehzüchter und Bauern der La-Hoquette- und der Bandkeramikkultur errichten am Fuß und im Umfeld des Hohentwiels erste ständig bewohnte Siedlungen

vor 4.000 Jahren

„Singener Kultur“, Beginn der Bronzezeit im Raum Singen

vor 3000 Jahren

Spuren spätbronzezeitlicher Siedler auf einer Terrasse am Hohentwiel und bei der Domäne

500 v.Chr.

Keltische Handwerkersiedlung im „Mühlenzelgle“ an der Radolfzeller Aach sowie Siedlungsreste am Fuß des Hohentwiels

15 v.Chr.

Römer erobern den Bodenseeraum, Wachturm Hohentwiel?

260 n. Chr.

Alemannen drängen Römer zurück, Rhein wird Grenze, alemannischer Lentensier-König auf dem Hohentwiel ?

Nach 536

Alemannen werden in das Reich der Franken integriert

746

Alemannen werden nach militärischen Niederlagen in das Reich der Karolinger integriert

800

Karl der Große wird Kaiser

888

Letzter fränkischer Gesamtkaiser Karl III. wird auf der Reichenau begraben

911/914

Konrad I., der erste „deutsche König“, ringt alemannische Adelige nieder, die einen eigenen Herzog ernennen wollen

915

Konrad I. kämpft im Hegau gegen den alemannischen Adel. Erfolglose Belagerung des Hohentwiel. Alemannische Adelige erheben danach aus ihren Reihen einen Herzog der Alemannen/Schwaben

920

Heinrich I. erkennt das „Schwäbische Herzogtum“ unter Burkhard II. an. Babo, ein Vasall Burkhards, erhält Güter in Singen. Durch diesen Akt könnte der Grundstein für die spätere Herrschaft Niedersingen (Niederhof) gelegt worden sein.

959 - 973

Burkhard III. und Hadwig beherrschen das Schwäbische Herzogtum, 970 Kloster-Gründung, Hohentwiel ist wichtiges schwäbisches Herrschaftszentrum

Nach 973

Hohentwiel ist Witwensitz der Hadwig, die von hier aus in die große Politik eingreift

994

Hadwig stirbt, Kaiser Otto III. kommt zwei Mal an den Hohentwiel

Um 1005

Kaiser Heinrich II. verlegt das St. Georgs-Kloster vom Hohentwiel nach Stein am Rhein

1079 - 1122

Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst. Bis um 1121 beherrscht die kaisertreue Partei den Berg. Danach setzen die papsttreuen Zähringer die Herren von Singen als neue „Herren von Twiel“ ein

1152

Letzte Erwähnung der Herren von Singen-Twiel: Eberhard von Twiel

1181

Werner von Singen als letzter bekannter Herr von (Nieder-) Singen

1218 / 1250

Die Zähringer sterben aus; östlich des Schwarzwaldes übernehmen die teilweise Klingener deren Besitz einschließlich Hohentwiel (1267 wird Ulrich von Klingen nach dem Twiel benannt).

1300

Ulrich von Klingen verkauft die Burg an das Rittergeschlecht der Klingenberger

1433

Klingenberger übernehmen die ganze Herrschaft der Klingener, Höhepunkt ihrer Macht

1465

Fehden und Familienstreitigkeiten eskalieren (Werdenberger Fehde), Niedergang der Klingenberger

1475

Burgfrieden vom Oktober, mit dem fünf klingenbergische Vettern für den Zugang zum Schloss Twiel weitgehende Regelungen vereinbaren.

1511

Hans Heinrich von Klingenberg gewährt dem neuen Herzog Ulrich 1511 ein Öffnungsrecht für seinen Teil am Hohentwiel.

1518 - 1521

Hans Heinrich von Klingenberg erwirbt Singen, für 3 Jahre sind Dorf und Berg zusammen!

1519

Herzog Ulrich von Württemberg flieht auf den Hohentwiel, wo er ein Öffnungsrecht besitzt, nachdem ihn der „Schwäbischen Bund” aus Württemberg vertrieben hat.

1524 - 1590

Unter Herzog Ulrich und Sohn Christoph wird der Hohentwiel zur württembergischen Landesfestung ausgebaut, zwei Domänen (Kauf des Bruderhofs von der Schaffhausen) werden zur Versorgung der Festung erworben bzw. eingerichtet.

24.05.1538

Hans Caspar von Clingenberg verkauft das Schloss Hohentwiel an Ulrich von Württemberg

1557

Das Haus Habsburg belehnt den kaiserlichen Rat Hans Jakob Fugger, Herr von Kirchberg und Weißenhorn, mit dem Dorf Singen. Fugger plant erstmals die Anlegung einer Stadt unter dem Hohenwtiel. Der Plan kommt jedoch auf Grund des wirtschaftlichen Niedergangs von Hans Jakob Fugger nicht zur Ausführung.

Um 1580

„Rondell Augusta“ entsteht als größter Turm Württembergs

1618

Beginn des 30-jährigen Krieges

1632

Hohentwiel-Kommandant Löscher besetzt Nachbarburgen und führt den Festungsausbau fort

1634

Konrad Widerholt wird Hohentwiel-Kommandant und baut die Festung weiter aus

1635/36 - 1644

Widerholt übersteht 5 Belagerungen und Einschließungen, finanziert durch den französischen König

1645

Widerholt lässt die erste evangelische Kirche des Hegaus auf dem Hohentwiel weihen

1648/50

Der „Westfälische Frieden“ beendet den Krieg, 2 Jahre später gibt Frankreich den Berg an Württemberg zurück

1650 - 1742

Wiederaufbau und Ausbau der Festung; weiter außen liegende Festungswerke werden jedoch zunächst durch Habsburg verboten. Dennoch später Bündnis zwischen den alten Gegnern Habsburg und Württemberg gegen Frankreich

1650 - 1800

Nutzung als Landesfestung und Staatsgefängnis ; kurzzeitig Zufluchtsstätte der herzoglichen Prinzen vor den Franzosen. Frankreich verwüstet und plündert unter Ludwig XIV das heutige Südwestdeutschland.

1759

Johann Jakob Moser, ein berühmter Staatsrechtler und Vertreter der Landstände wird auf Befehl von Herzog Karl Eugen verhaftet und ohne Prozess 5 Jahre in Einzelhaft und mit Schreibverbot eingekerkert. Die Landstände hatten versucht, sich gegen die maßlose Verschwendungssucht des Herzogs zu wehren.

1789

Französische Revolution

1792 / 1796

Beginn der „Koalitionskriege“ Frankreichs gegen Europa. Wieder wird der Südwesten Deutschlands von französischen Truppen verwüstet. 1796 erstmals Truppendurchzüge im Hegau, verbunden mit Plünderungen

1800

Im 2. Koalitionskrieg Kapitulation der schlecht ausgerüsteten Festungsbesatzung. Kampflose Übergabe der Festung an den französichen General Vandamme. Die „ Geistig und körperlich invaliden Offiziere“ (so der Stadtchronist Schaffhausen) wurde von Württemberg zum Tode verurteilt, aber später begnadigt. Die verarmten und verwahrlosten Mannschaften mussten samt Familien die Festung verlassen. Die von Württemberg Ausgestoßenen wurden von Singen aufgenommen, die entstanden Kosten aber nie beglichen.

1800/1801

Nach Beschluss in Paris, alle „Rheinfestungen“ zu zerstören, wird die Festung Hohentwiel geschleift und das bewegliche Gut verkauft

1804

Der württembergische Kurfürst kommt auf den Hohentwiel

1810

Singen und Umgebung kommen an Baden.

1821

Württemberg setzt einen Aufseher ein, der die dauernde Plünderung der Festung durch die Bevölkerung des Umlandes verhindern soll.

1845

Ein Verein zur Errichtung eines Belvedere auf dem Hohentwiel.

Bis 1849

Baden scheitert mehrmals mit dem Versuch, den Berg, eine Enklave in Baden, zu bekommen; das württembergische Königshaus verhindert die Übergabe und bezeichnet ihn als württembergische „Gralsburg“ . Die Festung verfällt weiter. Wiederaufbaupläne scheitern an den immensen Kosten.

1863

Singen wird Eisenbahnknotenpunkt, der Hohentwiel zu einem beliebten Touristenziel.

1890

Aus touristischen Gründen erste Versuche zur Aufforstung um den Berg zu „verschönern“ und den Zugang zu erleichtern.

1892

Der Hohentwielverein spendiert eine Orientierungstafel auf dem Hohentwiel.

1895

August Bebel spricht auf Einladung der (badischen) SPD auf dem (württembergischen) Hohentwiel.

1906

Das „Festspielkomitee Singen“ lässt eine Festspielhalle bauen; Kaiser Wilhelm II. besucht die Baustelle und den Hohentwiel.

1917/1918

Im 1. Weltkrieg wird auf dem Hohentwiel eine Flugwache eingerichtet.

1926

Württemberg weist die Exklave Hohentwiel als „Banngebiet“ aus. Die gesamte württembergische Exklave wird jetzt von Aufsehern bewacht.

1921-1929

Auf der Oberen Festung und der Karlsbastion werden Hohentwiel-Festspiele geboten.

1935 - 1939

Die Hohentwiel-Festspiele werden als „Grenzlandspiele“ im Sinne des Nationalsozialismus wieder Aufgenommen. Es erfolgen umfangreiche Sanierungsarbeiten im Festungsbereich.

1941

Ausweisung der Exklave als „Naturschutzgebiet und Bannwald Hohentwiel“. Der auswuchernde Bannwald vernichtet in der Folgezeit die geschützte einzigartige Flora und Fauna der ehemaligen Weideflächen der Domäne. Gleichzeitig werden die Erdwälle um die Untere Festung mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt.

1945

Ende April, beim Einmarsch französischer Truppen wird der Hohentwiel beschossen

1955

Singens OB Theopont Diez versucht als Landtagsabgeordneter, in Stuttgart einen Gesetz zur Eingemeindung des Hohentwiels zu erwirken. Er scheitert zunächst.

1957

Das erste wissenschaftliche Hohentwiel-Buch, als Festschrift zur Eingemeindung gedacht, wird veröffentlicht. Herausgegeber ist der Singener Kulturamtsleiter Dr. Herbert Berner.

1962

Zum 17. Juni spricht Bundepräsident Dr. h.c. Heinrich Lübke bei einer Großkundgebung auf dem Thingplatz des Hohentwiels.

1967

Die Domäne Bruderhof wird von Tuttlingen nach Singen umgemeindet und bebaut. Am 2. Juli sprechen sich die Bewohner des Hohentwiels bei einer vom Innenministerium angeordneten Anhörung mit 13 zu 5 Stimmen gegen die Umgemeindung der württembergischen Exklave von Tuttlingen nach Singen aus.

1969

Der Hohentwiel wird im Rahmen der Bereinigung aller En-/Exklaven in Baden-Württemberg nach Singen umgemeindet; die Exklave bleibt im Besitz des Landes.

1969 - heute

Jährliches Hohentwielfest (Burgfest)

1975

1. Jazz-Festival auf dem Hohentwiel

1980

Durchführung des ersten „Burgfestsonntages“

1988 / 2004

Vereinbarungen mit den Naturschutzbehörden hinsichtlich des Hohentwielfestes

1998 / 1999

Eröffnung einer Wetterstation auf dem Hohentwiel

2007

1. Hohentwiel-Geschichtstag

2015

„1100 Jahre Hohentwiel“ als Kulturschwerpunkt der Stadt Singen und Ernennung zur „Burg des Jahres“ des Landes Baden-Württemberg; neues Hohentwiel-Buch und neue Chronik.

© 2014 by Klaus-Michael Peter + Dr. Roland Kessinger
2024 ergänzt durch Thomas Wittenmeier

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